Große Filzblüte mit gefilzten Bienen

Honig – Das süße Gold

Hallo ihr Lieben,

die beiden gefilzten Bienen sind ein kleiner Teil, einer von mir geplanten Sommerszene. Heute kommen sie jedoch schon mal zum Einsatz, um euch zu zeigen, was sich bei mir im Keller seit neuestem so tut. Dort wird geschleudert. Und zwar nicht nur Wäsche, sondern auch Honig. Eine ganze Imkerei fand Platz in einem meiner Kellerräume. Ein Teil meiner Familie ist nämlich seit März diesen Jahres unter die Imker gegangen und macht jetzt in Honig. Da in der eigenen Wohnung nicht genügend Platz vorhanden ist, steht alles, was man für die Herstellung von Honig benötigt jetzt hier, und ich muss zugeben, es ist spannend.

Der ganzen Theorie über Imkerei und Honigproduktion konnte ich bislang nicht soo viel abgewinnen, interessant wurde es allerdings, als jetzt der erste Honig floss.
Und wie das Ganze abläuft, seht ihr hier:

Entdeckeln der Zellen einer Waabe, HonigRähmchen, entdeckelte Waabe

Mit einer Entdeckelungsgabel werden die Zellen der Waben vom Wachs entdeckelt. Die Arbeiterinnen haben hier ganze Arbeit geleistet, um den fertigen Honig zu schützen, bzw. ihre Honigreserven für den Winter zu konservieren. Sind alle Zellen offengelegt, kommen die Wabenrähmchen in die Schleuder und siehe da, das süße Gold läuft.

Honig fließt aus der HonigschleuderHonig fließt durch ein Spitzsieb

Nachdem der Honig schon durch ein Grob- und Feinsieb gelaufen ist, geht’s durch ein Spitzsieb in den Abfülleimer. Der Honig ist soweit fertig und könnte gegessen werden. Da Sohnemann aber Honig von cremiger Konsistenz bevorzugt, bleibt der Honig noch im Eimer, bis er beginnt zu kristallisieren. Sich an der Oberfläche abgelagerte Verunreinigungen werden nochmals abgeschöpft, und der Honig wird bis zur Abfüllung in Gläser mehrmals gerührt.
Der von den Zellen entfernte Entdeckelungswachs ist aber alles andere als Abfall. Ganz im Gegenteil, er ist das Reinste und somit der wertvollste Wachs, den es gibt. Unter anderem kann man ihn als Grundlage für die eigene Herstellung von Salben und Cremes verwenden, d.h. ich werde mich demnächst durch Rezepte wühlen und Tiegel kaufen.
So, nun aber: nach drei Stunden Entdeckeln, Schleudern etc. war es geschafft (das leidige Säubern der Gerätschaften und des Kellerraumes nicht berechnet), und die Ausbeute betrug sage und schreibe:
90! (neunzig) Kilo Honig. Und das, nach einmaligem Honigmachen. Demnächst kommt die Sommer-, später dann evtl. noch eine Waldtracht. „Rechnet mal aus, wieviel Gläser mit einem Fassungsvermögen von 500ml in diesem Jahr noch abgefüllt und etikettiert werden müssen?“ In Relation zu dem, was die Bienen leisten jedoch ein geringer Arbeitsaufwand; Um Nektar für 1kg Honig zu sammeln müssen Bienen 3 bis 5 Mio. Blüten anfliegen. Das sind rd. 60.000 Ausflüge vom Bienenvolk zu den Blüten und zurück. Da stellt sich doch die Frage:

Wieviel ist ein Glas Honig wert?
Josef Guggenmos (1922)

Gespräch mit der Bienenkönigin:
“Erlauben Sie mir, einen Wunsch zu sagen.
Ich möcht ein Gläschen Honig haben.
Was kostet’s ? Ich bin zu zahlen bereit.
Für was Gutes ist mir mein Geld nicht leid.”
“Sie wollen was Gutes für ihr Geld?
Sie kriegen das Beste von der Welt!
Sie kaufen goldnen Sonnenschein,
Sie kaufen pure Gesundheit ein!
Was Bessres als Honig hat keiner erfunden.
Der Preis? Ich verrechne die Arbeitsstunden.
Zwölftausend Stunden waren zu fliegen,
um so viel Honig zusammenzukriegen.
Ja, meine Leute waren fleißig!
Die Stunde? Ich rechne zwei Mark dreißig.
Nun rechnen Sie sich’s selber aus!
27.000 Mark und mehr.
Hier ist die Rechnung, ich bitte sehr!”

Also, denkt dran, wenn ihr das nächste Mal Honig esst – genauso wenig, wie es lila Kühe gibt, wächst der Honig auf den Bäumen.
Edelgard

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12 Gedanken zu „Honig – Das süße Gold

  1. Wow, die Filzbienen sind toll -da freu ich mich schon darauf, wenn du mehr zeigst 🙂 Und wie spannend, dass ihr selber Honig macht! Steht der Bienenstock bei euch im Garten? Das würde mich auch reizen, gleichzeitig habe ich Respekt vor den vielen Bienen… Einen schönen Sommer euch noch mit viel leckerem Honig.
    Liebe Grüße,
    Petra

    • Hallo Petra, nein, die Bienen stehen im Schrebergarten meines Sohnes und ja, es ist eine tolle, spannende Sache und endlich mal ein Hobby, das Sinn macht.
      LG Edelgard

  2. Liebe Edelgard,
    hach….sind deine gefilzten Bienchen goldig! Allerliebst wie sie da auf der Blüte sitzen!
    Ja, die Imkerei ist eine faszinierende Arbeit! Durfte ich doch als Kind so manch schöne Momente mit meinem Großvater im Bienenhaus erleben und von dem süssen Gold naschen!
    Lieben Dank für dein Besüchlein auf meinem kleinen Blog, habe mich sehr darüber gefreut.
    Herzensgrüassli
    Yvonne

  3. wie süß die fleissigen Bienchen 😉

    da hbat ihr aber schon eine Menge Honig heraus bekommen
    ja.. eigentlich ist der Honig unbezahlbar ..
    schöne Bilder
    liebe Grüße
    Rosi

  4. Liebe Edelgard,
    deine gefilzten Bienchen sehen toll aus und sind auch schon fleißig… 🙂
    Bei uns gibt es für die Bienchen immer einen extra Streifen mit allerlei blühenden Blumen.
    Als dank für die Bestäubung unserer Obstbäume…. .

    Wenn wir alle ein bissel an die Natur denken werden wir auch belohnt.

    Viele liebe Grüße die Nähbegeisterte 🙂

  5. Ja ohne Bienen würden wir verhungern, das vergessen viele.
    Schön bebildert ist der Schleudervorgang und der fertige Honig ist sicher der allerbeste.
    Eine frage habe ich noch, ist das kalt oder warm geschleudert?
    Die gefilzten Bienenkinder sind allerliebst.
    L G Pia

    • Liebe Pia,
      Honig wird weder warm, noch kalt geschleudert. Er wird einfach geschleudert. Mit “ kalt geschleudert“ wollte die Industrie dem Kunden suggerieren, der Honig sei nicht erwärmt worden.
      Das stimmte aber nicht. Kalt war er geschleudert worden, aber heiß abgefüllt, weils dann besser in die Gläser fließt. „Kalt geschleudert“ darf daher seit Jahren nicht mehr auf den Etiketten stehen. Durch die Erwärmung des Honigs zwecks leichterer Abfüllung, gehen aber natürliche Inhaltsstoffe verloren. Außerdem bildet sich durch die Erwärmung „HMF – Hydroxymethylfurfural“ und je höher der HMF-Gehalt, desto schlechter der Honig. Achte beim Honigkauf auf das Qualitätsmerkmal „Auslese“, dann hast du den besten Honig.
      LG Edelgard

  6. Was für ein toller Post!!!
    Vielen lieben Dank!
    Und das erste Bild ist ja auch herzallerliebst zusammengestellt,
    hat mich so freundlich empfangen, dass es mir eine Freude war
    anzukommen und hier zu sein!
    Liebe Grüße von Monika*
    und dem Glückskäfer

  7. Liebe Edelgard,
    Deine Bienen haben mich sofort angesprochen… vor einem Jahr habe ich meinen ersten Ableger bekommen, leider konnte ich bis jetzt keinen Honig schleudern…. die bisher einzige Honigwabe habe ich vor zwei Wochen meinem selbstgemachten Ableger geopfert….. ein absolut fazinierendes Thema, welches mich schon seit Jahren in seinen Bann zieht, jetzt endlich darf ich auch praktisch arbeiten.
    Euch weiterhin viel Erfolg und genießt den Honig. Nix schmeckt besser, als der eigene Honig… noch dazu ist es gute Medizin.
    Herzliche Grüße aus dem Knusperhäuschen im Odenwald,
    Dorothee

  8. Liebe Edelgard, ein sehr interessanter Beitrag. Honigbienen faszinieren mich schon lange, aber meine Familie wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, ein eigenes Volk im Garten anzusiedeln. Dann also nicht, der häusliche Frieden ist mir wichtiger. Und deine gefilzten Bienchen sind super geworden.
    Liebe Grüße
    Frauke von Lüttes Blog

  9. Liebe Edelgard,
    das Gedicht am Ende Deines aufklärenden Posts habe ich mir gleich zu eigen gemacht!
    Es gibt so Vieles, was wir nicht richtig zu schätzen wissen!!! Und wieder anderes, das
    fälschlicherweise viel zu hoch bewertet wird. Die Schätze unserer Natur gehören zu den
    ganz wertvollen Dingen in unserem Leben. Ich wünschte, dass dies immer mehr Menschen
    so beurteilen mögen! Ich werde jedenfalls Dein Gedicht mit in die Schule nehmen. Vielleicht
    sind einige SchülerInnen dabei, die durch diese Verse eine neue Vorstellung von „WERT“
    bekommen, und diese dann auch mit nach Hause nehmen. Das wäre richtig toll!

    Deine gefilzten Bienchen finde ich allerliebst.
    Und dann möchte ich Dich noch auf einen Post von mir aufmerksam machen, der sich mit der
    Bestäuberleistung unserer Insekten -vorranig unserer Bienen- befasst.
    Wenn Du Lust hast, schau mal hier nach:
    http://heidis-gruene-ecke.blogspot.de/2017/06/ist-unsere-lebensmittelproduktion-in.html

    Alles Liebe
    Heidi

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