DIY: Biegepuppen für das Puppenhaus selber herstellen

Die Herstellung von Biegepuppen für das Puppenhaus ist gar nicht so schwer. Mit meiner ausführlichen, bebilderten Anleitung gelingt es euch bestimmt.

Hallo ihr Lieben,
heute nehme ich euch Schritt für Schritt mit bei der Herstellung einer Biegepuppe. Anlass sind die vermehrten Anfragen, die ich in letzter Zeit erhalte; es sollen wohl viele Kinder mit einem Puppenhaus zu Weihnachten beschenkt werden. Und so ganz ohne Bewohner geht es natürlich nicht. So leid es mir auch tut, aber ich stelle keine Biegepuppen für den Verkauf her, ich darf(!) es nicht. Spielzeug, das verkauft wird, benötigt ein CE-Kennzeichen; was bedeutet, dass die Sachen auf Giftstoffe, Verletzungs- oder Verschluckgefahr geprüft werden müssen. Dies ist ein sehr aufwendiges Verfahren, dass Geld und sehr viel Zeit benötigt. Bringe ich ein Spielzeug ohne Einhaltung der Spielzeugrichtlinien unter die Leute, kann ich in Teufels Küche kommen.
Im Gegensatz zu den sonst von Grund auf selbst hergestellten Biegepuppen, bei denen das Gerüst aus Pfeifenreinigern oder Draht geformt wird, benutze ich für die Puppenhauspuppe diesmal einen Puppenrohling. Da sie wesentlich mehr bespielt wird als z.B. ein Püppchen für den Jahreszeitentisch, ist dieser Unterbau geeigneter und sie steht auch besser.

Alles was ihr für die Herstellung einer Biegepuppe benötigt ist Folgendes:
– einen Puppenrohling (neu oder gebraucht),
– etwas Schafwolle oder Füllwatte,
– eine Filznadel,
– eine Schlauchbinde für den Finger aus der Apotheke (Gr. 2),
– reißfestes Garn,
– Holzleim,
– Puppentrikot zum Beziehen des Kopfes,
– Stickgarn für Augen und Mund,
– Stoffreste für die Kleidung,
– etwas Mohairwolle für die Perücke.


Da ich vor längerer Zeit eine ganze Kiste gebrauchter Biegepuppen auf dem Flohmarkt gekauft habe, werde ich diesen zum Teil schon unansehlichen Puppen nach und nach einem Upcycling unterziehen. Die Kleidung wurde entfernt und der Kopf, obwohl geklebt, ließ sich ganz leicht abdrehen. Wer keine alten Biegepuppen in der Spielzeugkiste hat, findet diese im Bastelladen oder eben über das Internet.

Und los geht’s:

Wir beginnen mit der Herstellung des Kopfes. Hierfür filzt ihr mit der Filznadel eine feste Kugel, die einen Umfang von 9 cm haben sollte.


Mit einer Nagelschere bohrt und schneidet ihr gleichzeitig ein Loch in die Filzkugel, so groß, dass es auf den Hals der Puppe passt und klebt ihn mit Holzleim fest. Ich empfehle hier wirklich Holzleim zu nehmen, da er in Sekunden trocknet und auch nicht anfängt über die Zeit übel zu riechen, was bei vielen anderen Klebern der Fall ist.


Zugegeben, der Kopf wirkt jetzt ein bisschen überdimensioniert, er verliert aber durch die nächsten Schritte an Umfang. Nun benötigt ihr ein etwa 10 cm langes Stück Schlauchverband der Größe 2, das ihr an einem Ende zusammennäht. Wendet den Schlauchverband, zieht ihn über den Kopf und leimt ihn ganz stramm gezogen auf den Körper.


Mit einem reißfesten Garn wird nun der Hals abgebunden.  Etwas unterhalb der Mitte des Kopfes binden wir den Augenfaden, ziehen ihn etwas fest und verknoten ihn da, wo sich ein Ohr vermuten lässt. Lasst die Enden des Augenfadens so lang wie auf dem Bild, wir benötigen sie gleich.


Führt nun die Fadenenden wie auf dem Bild zu sehen ist zur anderen Seite des Kopfes und verknotet sie in Ohrhöhe. Die Fäden vernäht ihr, indem ihr sie im Hinterkopf verschwinden lasst.


Damit die Fäden nicht verrutschen, fixiert ihr diese, da wo sie sich am Ohr kreuzen, mit ein paar Stichen. Dann nehmt ihr eine Häkelnadel und zieht den Augenfaden am Hinterkopf runter zum Hals.


Mit einem Stück Puppentrikot wird nun der Kopf und etwas vom Körper bezogen. Schlagt den Stoff stramm um den Kopf und steckt ihn mit Stecknadeln zusammen, schneidet überschüssigen Stoff ab und näht mit der Hand zusammen. Am Kopfende wird der Stoff zusammengezogen. Wie auch beim Beziehen des Kopfes mit dem Schlauchverband, wird der Trikotstoff jetzt nach unten gezogen und mit Holzleim am Körper fixiert. Sobald der Leim getrocknet ist, könnt ihr den Hals abbinden. Wie ihr seht, ist der Kopf durch das Beziehen mit dem Trikotstoff um einiges kleiner geworden und passt jetzt proportional zum Körper der Biegepuppe.


Mit Hilfe von Stecknadeln legt ihr jetzt den Sitz der Augen und des Mundes fest, wobei die Augen direkt auf dem Augenfaden liegen. Die Augen sollten später nicht zu eng, aber auch nicht zu weit auseinander liegen. Die drei Stecknadeln sollten am besten ein gleichseitiges Dreieck bilden. Habt ihr die richtige Position gefunden, markiert die Einstichstelle der Stecknadel mit einem spitzen Bleistift. Jetzt benötigt ihr wieder eine Nähnadel und das reissfeste Garn. Mit der Nadel stecht ihr von vorne in die Augenmarkierung. Ertastet mit der Nadel den Augenfaden und stecht unterhalb des Augenfadens ein. Führt die Nadel durch den Kopf nach hinten, lasst vorne aber einen langen Faden stehen  Zieht die Nadel ab, fädelt sie vorne wieder ein, ertastet wiederrum den Augenfaden und stecht jetzt oberhalb des Augenfadens ein. Die Nadel wieder durch den Kopf nach außen führen. Die beiden Fadenenden werden jetzt angezogen und miteinander verknotet. Die erste Augenhöhle ist fertig. Ebenso verfahrt ihr mit der Herstellung der zweiten Augenhöhle. Sieht ein bisschen spooky aus, oder?


So, die Vorarbeiten sind erledigt, der Kopf der Biegepuppe ist fast fertig, es fehlt nur noch das Besticken der Augen und des Mundes. Ich benutze für das Sticken gern Stickgarn. Für diese kleinen Augen reichen zwei Fäden des Stickgarns, der Mund kann gern mit drei Fäden gestickt werden. Das Sticken der Augen ist nicht ganz einfach. Am besten ihr übt es auf einem kleinen Probestück. Bei meiner Puppe genügten mir drei Stiche: Der untere Stich geht über zwei Rippen, der mittlere eine halbe Masche rechts und links darüber hinaus und der obere Stich wieder über zwei Rippen. Aber probiert es aus, vielleicht gefallen euch ja größere Augen besser.


Jetzt bezieht ihr den Holzkörper mit einem kleinen Stück weichen und etwas dickeren Stoff. Dafür schneidet ihr zwei Löcher in Höhe der Achseln in den Stoff, zieht die Arme durch die Löcher und näht den Stoff hinten zusammen. Dieses Stück Stoff erfüllt mehrere Zwecke. Erstens spürt das Kind beim Spielen nicht mehr den Holzkörper, zweitens können wir an ihm wunderbar die Hose annähen und drittens sieht die Biegepuppe angezogener aus, wenn der Pullover oder das Kleid angehoben wird (auch meine Biegepuppenmädchen tragen unter dem Kleid eine Hose).




Jetzt bekommt unsere Biegepuppe endlich die Haare. Hierfür häkeln wir mit Mohairwolle eine kleine Perücke.  Mit der Häkelnadel nehmt ihr 5 Luftmaschen auf und schließt diese dann mit einer festen Masche zum Kreis. In der Mitte entsteht nun ein kleines Loch in das ihr 10 Luftmaschen häkelt. Damit unser Rund größer wird, wird jede zweite Masche verdoppelt. Das heißt: in die erste Masche eine Luftmasche, in die zweite zwei Luftmaschen, dann wieder eine, zwei usw.
In der nächsten Runde verdoppelt ihr nur jede dritte Masche: in die erste eine Luftmasche, in die zweite ebenfalls eine Luftmasche, in die dritte zwei Luftmaschen, dann wiederholen. In der nächsten Reihe wird jede vierte Masche verdoppelt. Es kann sein, dass ihr die letzte Reihe gar nicht mehr benötigt, da es auf die Dicke der Wolle ankommt wieviel Runden ihr häkeln müsst. Nach einem Durchmesser von 2,5 cm solltet ihr die Zunahme beenden. Dann wird ohne Zunahme weitergehäkelt bis die Perücke auf das Köpfchen passt. Näht den Haarschopf mit dem reißfesten Garn am Kopf fest. Wer möchte kann die Perücke jetzt nochmal aufbürsten, oder so wie ich seitlich ein paar Wollsträhnen einknüpfen um Zöpfe zu flechten. Zu guter letzt bekommt unser Puppenkind noch rote Bäckchen. Auf einen Stoffrest gebe ich rote Wachsmalfarbe und trage damit die Farbe auf die Wangen auf.


Eine Mütze, die genauso wie die Perücke gehäkelt wird (nur etwas größer), macht ihr Outfit komplett.

Ich hoffe, meine Anleitung hat einige von euch inspiriert, sich selbst mal an die Herstellung einer Biegepuppe zu wagen. Ich würde mich über die Zusendung eurer Werke freuen, um sie dann im neuen Jahr mit eurer Zustimmung auf dem Blog zu veröffentlichen.
Ich verlinke noch mit HoT, Freutag und dem Creadienstag,
Bis zum nächsten Mal
Edelgard

 

 

 

 

 

 

 

Sandsäckchen für ein Spielspaß ohne Ende

Hallo ihr Lieben,
kleine selbstgenähte Säckchen gefüllt mit Sand, Reis, Bohnen, oder …  sind bei Kindern jeder Altersstufe beliebt und lassen sich schnell und kostengünstig herstellen. Bekanntschaft mit den Sandsäckchen habe ich bereits in der Kindergartenzeit meines Sohnes gemacht und das ist inzwischen 36 Jahre her. Mit den Sandsäckchen wurden Mauern gebaut, Laster beladen, balanciert und die Tücher der selbstgebautenn Höhlen beschwert. Sie dienten den Puppen als Matratze, ersetzten den Ball und vieles mehr. Und heute als Oma von inzwischen fünf Enkelkinder, habe ich diese Idee wieder aufgegriffen und mich an die Nähmaschine gesetzt.

Alles was ihr für diesen Spiel- und natürlich auch Sportspaß benötigt,  sind ein paar Stoffreste, eine Nähmaschine (geht natürlich auch mit der Hand) und natürliches Füllmaterial. Da es immer mal passieren kann, dass eine Naht aufgeht, bekamen die Säckchen eine doppelte Hülle. 
Aus einem alten und unschönen Stoff habe ich die erste Hülle genäht. 10 Stoffstücke in der Größe 30×10 cm wurden zugeschnitten, in der Mitte recht auf rechts gefaltet und bis auf eine kleine Wendeöffnung zusammengenäht. Nach dem Wenden habe ich die Säckchen mit Hilfe eines Teelöffels befüllt, denn ein Trichter erwies sich nach mehreren Versuchen als unbrauchbar, weil sich das Füllmaterial andauernd in ihm staute. Nachdem die Wendenaht geschlossen war ging es ans Nähen der zweiten Hülle. Also nochmal alles in gleicher Größe zuschneiden. Bei der zweiten Hülle reicht es jedoch nicht, eine kleine Wendeöffnung zu lassen, denn da würde das ja bereits gefüllte Säckchen nicht durchpassen, es werden also nur die beiden Seiten geschlossen. Mit dem Matratzenstich wird nun die verbleibende Öffnung geschlossen.

 

So, das war es auch schon. Schnell schicke ich meinen Beitrag noch zum Creadienstag und zu HoT und verabschiede mich
Bis zum nächsten Mal
Edelgard

Ein Gartenhaus im neuen Gewand – Schwedenfeeling in Norddeutschland

Hallo ihr Lieben,
nach einem langen „Blogdown“ von mehr als eineinhalb Jahren, melde ich mich heute mit einem kleinen Beitrag zurück. Es gab viele Gründe meinen Blog nicht mehr zu pflegen, und auch in Zukunft wird hier nicht mehr so viel stattfinden wie in der Vergangenheit. Irgendwann gibt es einen Punkt im Leben, an dem sich die Frage nach Prioritäten stellt und mein Blog gehörte definitiv nicht dazu.
Jetzt ist wieder etwas Luft, Wogen haben sich geglättet und ich werde hier nach und nach meine „Projekte“ der vergangenen stillen Monate mit euch teilen.

Ich fang dann mal einfach an:
Nachdem unser Gartenhaus im Schrebergarten von innen aufgehübscht war (hier habe ich es euch gezeigt), sollte die Gartenlaube nun auch von außen einen neuen Anstrich bekommen. Bevor mein Mann und ich mit der Verschönerung der Fassade beginnen konnten, musste jedoch erst einmal die Genehmigung der Gemeinde eingeholt werden. Alte Verordnungen sehen nämlich nur einen Pflegeanstrich in dunkelbraun oder grün vor. Nach langem hin und her zeigte sich die Gemeinde bereit einem Mausgrau oder einem Schwedenrot zuzustimmen. Und wie ihr seht, haben wir uns für ein Schwedenrot entschieden. Unser Gartenhaus hatte dieses farbliche Makeover bitter nötig. Der alte Anstrich blätterte an vielen Stellen bereits ab und entsprach auch überhaupt nicht unserem Geschmack.

Bevor wir mit dem Streichen der Gartenlaube beginnen konnten, waren einige Vorarbeiten wie z.B. das Abschleifen und das Reinigen mit einem Hochdruckreiniger erforderlich. Und da die Farbe weder bei Feuchtigkeit noch bei zu heißem Wetter aufgetragen werden darf, zog sich die Arbeit ganz schön hin. Nicht nur das Gartenhaus, sondern auch der Schuppen und das Gewächshaus erhielten einen neuen Anstrich in Schwedenrot.


Wir finden die Arbeit hat sich gelohnt und wir genießen so oft wie möglich unser kleines Gartenglück, das ich hier und hier mit euch teile.


Zu guter letzt ein aktuelles Foto, das ich erst gestern aufgenommen habe. Mit diesem sende ich euch herbstliche Grüße.


Bis zum nächsten Mal
Edelgard